Mythos 1968 - Eine Bewegung und ihre Folgen

© Kornelia Danetzki
Die Studierendenproteste von 1968 liegen mittlerweile 50 Jahre zurück. Was bleibt von den Mythen von Befreiung, gesellschaftlichem Aufbruch und einem umfassenden, alle Lebensbereiche erfassenden Demokratisierung?
Dies diskutierte eine spannende Runde mit dem renommierten Sozialphilosophen Prof. Dr. Oskar Negt, der Bundesjustizministerin a.D. Prof. Dr. Herta Däubler-Gmelin, der Fotografin und Feministin Ruth Westerwelle und Felix Kollritsch, Promovent der Politikwissenschaften an der Uni Bochum.

Vor allem die Bedeutung des Erbes der 68er in Bezug auf aktuelle rechtspopulistische Bewegungen in Europa und auch in Deutschland beschäftigte die Runde. Oskar Negt, der die 180 Gäste im Publikum immer wieder zu großem Beifall motivierte: „Wir sind in einem merkwürdigen Mythos der Wiederholung. Geschichte wiederholt sich, wo sie nicht aufgearbeitet wird.“

Zentrales Thema der Veranstaltung war die Stabilität der Demokratie. Herta Däubler-Gmelin verband den Gedanken mit dem Protest der 68er: „Die Form der Rebellion, die sich dagegen wendet, die Demokratie abzuschaffen, die unterstütze ich von Herzen.“ Auch hier äußerte Negt nach einem sehr guten Gespräch auf der Bühne – auch mit der jüngeren Generation – einen der zentralen Sätze des Abends, der den Weg von 1968 bis ins Heute wies: „Die Demokratie ist eines der wichtigsten Experimente, ein Erfahrungsraum, den wir uns im Sinne der Aufklärung erkämpft haben. Das darf uns der Populismus nicht wegnehmen.“

Der Abend fand statt in Kooperation mit dem Landesbüro NRW der Friedrich-Ebert-Stiftung.

 
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